Praxis Sans Frontières, Deutsch-französischer Berufsaustausch für junge Talente

Vier junge Franzosen erobern Wertheim – Schüler aus Toulon absolvieren Praktikum in der Region

Seit dem 18. Januar sind vier Schüler aus Toulon in Südfrankreich zu Gast in Wertheim. Die 17- bis 18-jährigen jungen Männer absolvieren im Rahmen ihrer Ausbildung am Lycée professionnel ein vierwöchiges Betriebspraktikum bei Wertheimer Unternehmen – ermöglicht durch den Lions Club Wertheim.

Praxis statt Schulbank

Die vier Schüler lernen aktuell bei regionalen Firmen ihr Handwerk kennen: Zwei von ihnen arbeiten als angehende Elektroniker bei Autech-Tesla und haprotec, ein weiterer sammelt Erfahrungen als Automechaniker bei Szabo mobility, und der vierte Schüler ist im Bereich Klima- und Heizungstechnik bei der Firma Hiller tätig.

Mut zur Sprache

Besonders bemerkenswert: Die jungen Franzosen haben erst vor Kurzem mit dem Deutschunterricht begonnen. Trotz der sprachlichen Hürden haben sie den Schritt ins Ausland gewagt – eine beachtliche Leistung, die von den Betrieben sehr geschätzt wird.

Mehr als nur Arbeit

Neben dem Praktikum organisiert Projektleiter Wolfgang Clärding ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Die Schüler besuchen weitere Unternehmen der Region, um ihren beruflichen Horizont zu erweitern. Auch kulturell wird einiges geboten: Ausflüge nach Würzburg, Frankfurt und natürlich Erkundungen in Wertheim selbst stehen auf dem Programm. Ein Höhepunkt war sicher das Porsche Museum in Zuffenhausen. Untergebracht sind die vier Gäste im Club-Hotel Bestenheider Stuben.

Danke an unsere Partnerbetriebe!

Ohne das Engagement regionaler Unternehmen wäre dieses Projekt nicht möglich. Der Lions Club Wertheim bedankt sich herzlich bei den vier Firmen, die in diesem Jahr einen Praktikumsplatz zur Verfügung gestellt haben:

  • autech Tesla – Elektrotechnik
  • haprotec – Elektrotechnik
  • Hiller Haustechnik – Klima und Heizungstechnik
  • Szabo mobility – Kfz-Technik

Diese Betriebe ermöglichen es jungen Menschen aus Frankreich, wertvolle Berufserfahrung in Deutschland zu sammeln – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung.

Ein besonderer Dank gilt auch dem Hotel Bestenheider Stuben, das die Unterbringung der vier Schüler freundlicherweise unterstützt.

Harone bei Hiller Haustechnik | Lions Club Wertheim

Die Praktikanten stellen sich vor

Was sagen die vier jungen Franzosen zu ihrem Aufenthalt in Wertheim?

[Harone, 18], Klima- und Heizungstechnik bei Hiller Haustechnik:

Ich hatte unterschiedliche Betreuer und habe so auch unterschiedliche Vorgehensweisen kennen lernen dürfen. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, alle waren freundlich zu mir. Ich bin viel in Wertheimer Haushalte gekommen, die Menschen waren sehr interessiert, wenn Sie mitbekommen haben, dass ich Franzose bin. Ich würde es nochmal machen, aber zwei oder drei Wochen würden reichen. An meiner Schule werde ich es weiterempfehlen. Meine Kenntnisse in Deutsch und Englisch konnte ich verbessern.

Nathanael bei haprotec | Lions Club Wertheim

[Nathanael, 17 Jahre], Elektrotechnik bei haprotec:

Mein Ziel ist es später im Ausland zu arbeiten, daher habe ich das Praktikum absolviert. Die Freundlichkeit der Menschen, egal ob im Unternehmen, im Hotel, oder bei den Lions hat mir sehr gut gefallen. Wertheim ist etwas ruhig für so junge Menschen wie uns. Die Ausflüge waren aber sehr schön. Mit der Sprache hat es mich weitergebracht und ich habe bemerkt, dass ich da noch einiges lernen muss. Ich würde es wieder machen und werde es an meiner Schule weiterempfehlen.

Maxime bei Szabo mobility | Lions Club Wertheim

[Maxime, 18], Kfz-Technik bei Szabo mobility:

An diesem Programm habe ich teilgenommen, weil mich auch interessiert hat, wie die Arbeitsweisen in den verschiedenen Ländern sind. Im KFZ-Bereich sind sie ähnlich strukturiert. Es waren alle sehr gastfreundlich und zuvorkommend.

Yassine bei autech Tesla | Lions Club Wertheim

[Yassine, 17], Elektrotechnik bei autech Tesla:

Ich wollte die Arbeitswelt im Ausland entdecken, das Praktikum hat mir geholfen mich in meiner weiteren Berufswahl zu orientieren. Ich konnte viel Erfahrungen sammeln Die gute Organisation und die Genauigkeit hat mir gut gefallen. In Deutschland ist die Arbeit strukturierter und pünktlicher. Mit der Sprache habe ich mir schwergetan, weiterempfehlen werde ich diesen Aufenthalt ganz sicher. Es ist eine großartige Erfahrung, die mir da geboten wurde.

Besuch Ludwig Schneider GmbH & Co.KG | Lions Club Wertheim
Besuch Porsche Museum | Lions Club Wertheim

Christine Lavison, Projektleiterin Lycée professionnel:

Zum zweiten Mal empfangen die Lions meine Schüler in Wertheim. Sie machen ein vierwöchiges Praktikum in unterschiedlichen Betrieben. In der zweiten Woche bin ich der Einladung der Lions gefolgt und habe meine Schüler in ihren Betrieben besucht. Ich hatte einen sehr guten Eindruck und war beruhigt, weil sie sehr freundlich empfangen wurden und mit ihren Paten schon ein gutes Verhältnis aufgebaut hatten, trotz aller Schwierigkeiten mit der Sprache.

An einem Clubabend der Lions wurden wir herzlich empfangen und durften von den Erfahrungen berichten.

Mein Ziel und das Ziel meiner Schule ist, dass unsere Schüler etwas ganz Besonderes erleben dürfen, neue Horizonte, außerhalb von Frankreich erschließen können.

Wertheim stand mir schon immer nahe, weil ich in der Nähe von Salon de Provence groß geworden bin und als 16-Jährige mit einem Schüleraustausch vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wertheim war. Daher stammen auch meine Kontakte nach Wertheim. Ich empfinde einen gewissen Stolz, wenn meine Schüler in meine Fußstapfen treten und sich getrauen, etwas Neues zu erleben.

Ich hoffe, es wird noch weitere Schüler geben, die diesen Schritt wagen und der Lions Club uns das weiter ermöglicht.
Im Namen meiner Schule bedanke ich mich für das außergewöhnliche Engagement der Wertheimer Firmen und der Lions Wertheim.

 

Wolfgang Clärding, Projektleiter Lions Club Wertheim:

Ich war sehr positiv überrascht, wie offen unsere Wertheimer Handwerksbetriebe sind. Einige machen es jetzt schon das zweite Jahr. Ich hoffe, dass wir das Projekt am Leben erhalten können, und freue mich schon auf das nächste Jahr.

Es macht mir sehr viel Freude, mich um die jungen Menschen kümmern zu dürfen. Ich respektiere ihren Mut, so einen Schritt zu machen. Ich hoffe, sie können etwas für ihr zukünftiges Leben mitnehmen. Es ist schön zu beobachten, wie sich die Paten in den Firmen Mühe geben, die Schüler zu betreuen. Vielen Dank.